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Karl-Franzens Universität Graz

Geschichte

Im Jahre 1586 gründete Erzherzog Karl von Innerösterreich, der Bruder Kaiser Maximilians II., die Grazer Universität, die zunächst nur die theologische und die philosophische Fakultät, an der die sieben freien Künste gelehrt wurden, umfaßte. Heute noch bildet das Gebäude der alten Universität in der Bürgergasse gegenüber dem Dom durch seine schlichten Bauformen und durch seinen einzig schönen Innenhof eine Zierde der Stadt. Lehrkörper und Lehrplan wurde durch den Orden der Jesuiten gestellt. 

Schon 1574 hatten allerdings die steirischen Stände eine protestantische Stiftsschule eröffnet, an der 1594 – 1599 auch Johannes Kepler lehrte. Sie kam tatsächlich einer Universität gleich, wurde aber im Jahre 1599 im Zuge der Gegenreformation zu Gunsten der landesfürstlichen Jesuitenuniversität geschlossen. 

Eine Lehrkanzel für römisches Recht wurde als bescheidener Anfang einer juridischen Fakultät 1650 geschaffen. Das starre Festhalten an der althergebrachten Studienordnung ließ leider keine wesentliche Erweiterung zu. So wurde erst 1729 eine Lehrkanzel für Geschichte eingerichtet. Im Jahre 1752 führte die Regierung eine Reform des philosophischen Studiums durch. Die bisherige Autonomie der Universität wurde beseitigt und 1773 hob Papst Clemens XIV. auf Drängen europäischer Staaten den Jesuitenorden auf. Damit wurde die Universität Graz eine Staatsuniversität

1778 wurde die juridische Fakultät eröffnet und auch ein Vorläufer des medizinischen Studiums, allerdings nicht im Rahmen der Universität wurden für die Gesellen der Bader und Barbierzunft Zergliederungskunst (Anatomie), Wundarznei und Tierheilkunde gelehrt. 

Am 14. September 1782 degradierte Kaiser Josef II. die Universität zu einem Lyzeum ohne Promotionsrecht, an dem Theologie, Philosophie, Jus und Medizin gelehrt wurden. Dank der Bemühungen der Landstände wie der Stadt Graz, sowie des Einflusses Erzherzog Johanns wurde 1827 der Universitätsstatus wieder hergestellt. Das Jahr 1848 brachte der Universität die Lehr- und Lernfreiheit. Im Jahre 1853 wurde das Studium der Pharmazie und 1863 das der Medizin eingeführt. Am 4. Juni 1895 legte Kaiser Franz Josef den Schlußstein zum neuen Hauptgebäude. 

An der Universität Graz lehrten vier Nobelpreisträger: Pregl, Heß, Loewy und Schrödinger, aber auch die bekannten Physiker Boltzmann und Pfaundler. Die Wiege der Mikrochemie und der Wissenschaft der Kriminologie stand in Graz.